“Jener Tag sollte eigentlich ein Feiertag sein. Es wurde ein Tag des Schreckens.”
10. Februar 2009
Zeugenaussage aus Doruma, 30. Dezember 2008
Es eschah am 24. Dezember 2008, in einem Dorf nahe Batandé, sieben Kilometer nördlich von Doruma, in der Provinz Haut-Uélé. Diese Zeugenaussage wurde am 30. Dezember 2008 in Doruma aufgenommen.
An jenem Tag, am Weihnachtsabend, hatten sich viele Dorfbewohner versammelt, um ein festliches Mahl an der Kapelle der CK20 einzunehmen, einer evangelikalen Bewegung, die in dieser Region der Demokratischen Republik Kongo sehr populär ist. Etwa 60 bis 70 Personen waren gekommen, ohne zu ahnen, was sie erwarten würde.
M. B. hatte es nicht rechtzeitig geschafft, seine Arbeit auf dem Feld zu beenden. Er wurde zum Augenzeugen des Geschehens:
„Ich war etwa einen Kilometer vom Dorf entfernt, als ich plötzlich mitten am Tag Schreie hörte, die von der Kirche kamen. Ich ließ meine Arbeitsgeräte zurück und lief hin, um zu sehen, was vor sich ging.
Der Alptraum hatte begonnen.
Ich lief auf der Straße, die direkt ins Zentrum des Dorfes führte, konnte mich aber im hohen Gras am Straßenrand verstecken. Ich war machtlos, konnte nicht einmal den Mord an meinem eigenen Vater verhindern. Zwei bewaffnete Männer zerschmetterten nur wenige Meter von mir entfernt seinen Schädel mit einem Knüppel. Er war wohl sofort tot.
Vor Schreck war ich völlig gelähmt und versteckte mich weiter im Gras. Als die Männer verschwanden, lief ich durch das Gestrüpp in Richtung des Dorfes. Viele bewaffnete Männer, etwa 60, hatten die kleine Kirche umzingelt. Alle Dorfbewohner waren darin eingeschlossen. Ich wusste nicht, wer die Männer waren.
Obwohl die meisten Männer die Kirche umstellten, holten einige andere die Dorfbewohner einzeln aus dem Gebäude heraus. Sie wurden schnell ins hohe Gras gebracht und dort systematisch ermordet. Meist zerschmetterten sie ihren Kopf, manchmal töteten sie die Menschen aber auch mit einer Axt oder einem Messer.
Das ging stundenlang so, zumindest erschien es mir so. Niemand wurde ausgespart. Kinder, Babys, Schwangere, alte Menschen – sie wurden alle getötet. Mehr als 60 Personen.
Ich konnte überhaupt nichts dagegen tun.“
M.B. konnte nicht weitersprechen. Erst später erfuhren wir, dass er die ganze Zeit in seinem Versteck geblieben war. Als die bewaffneten Männer abgezogen waren, entdeckte er den Leichnam seiner Ehefrau. Sie wurde ermordet, obwohl sie schwanger war. Danach fand er den leblosen Körper seines einzigen Sohnes.
Zwei weitere Überlebende schlossen sich ihm später an. Der Erste, ein Siebenjähriger, konnte fliehen, als seine Hütte angegriffen wurde. Sein Vater wurde vor seinen Augen getötet. Der zweite Überlebende war ein älterer Herr, der ein bisschen weiter weg vom Dorf lebte.
M. B. beerdigte zunächst seine Ehefrau, seinen Sohn und seinen Vater. In den fünf folgenden Tagen hob er ein Gemeindegrab aus und beerdigte 50 Menschen, darunter mehr als 20 Kinder.
Jede Nacht versteckte er sich mit den beiden anderen Überlebenden im Wald.
Erst am 29. Dezember kam ein Besucher von Doruma nach Batandé, um seinen Onkel zu treffen. Der Onkel war ebenso ermordet worden. Er half M. B., die restlichen Leichen zu begraben. Dann gingen sie alle nach Doruma.
Das siebenjährige Kind wurde in eine Pflegefamilie gegeben. Es hatte mehrere Tage neben den Leichen seiner Eltern verbracht und war schwer traumatisiert durch das, was es erlebt hatte.
Eine lokale Organisation, die sich AJDI nennt (Association des Jeunes pour le Développement Intégral) hilft Kindern mit traumatischen Erlebnissen. Ärzte ohne Grenzen unterstützt diese Organisation.
M. B. kann nachts nicht mehr schlafen. Er fühlt sich schlecht und weiß nicht, ob er jemals wieder in der Lage sein wird, nach Batandé zurückzukehren.
Heute wurde ein vierjähriges Mädchen ins Krankenhaus von Doruma eingeliefert. Bewaffnete Männer hatten versucht sie zu töten, indem sie ihr den Hals umdrehten. Aber sie überlebte. Ein anderes Mädchen, sieben Jahre alt, überlebte, obwohl man ihrem Körper mehrere Stichverletzungen zufügte. Einige andere Kinder überlebten, weil die bewaffneten Männer sie für tot hielten. Diese Männer, die die ganze Region terrorisieren, gehören vermutlich zur ugandischen Rebellenorganisation Lord´s Resistance Army.











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13. Februar 2009
15:24
chris dyer
said:
This is more than wrong it is evil. What can we do.
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18. Februar 2009
19:39
Thais Oliveira
said:
Por la relevancia del tema y la dramaticidad de la situacion, no puedo entender como existe tan pocas mídias interesadas en dar a conocer a la gente la verdadera situacion en todos esos países. De tiempo en tiempo se hace una película… pero con esa herramiento hollywoodiana el tema suele parecer ficción y no llega realmente a la gente. A nível informativo, ¿que se puede hacer? Estoy interesada en ayudar más do que un pequeño aporte mensual.
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1. März 2009
20:56
catherine weir
said:
I dont understand why the government of this country is not standing up the the lords resistance army. They are a bunch of thugs and they need to be stopped NOW! I use lower case letters on purpose!
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13. März 2009
09:51
Gaetan Kabuya
said:
I’m congolese and live in south Africa since 2001. Over the last 14years an estimeted 5 millions congoleses lost their lives in a war that they could not even understand;yet i feell that the international community is not doing enought to expose this situation and i ask myself if it’s only when 300.000 people are killed in less that 3 months that will have to talk about genocide?
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20. März 2009
13:59
krissharma
said:
I feel ashamed to say that i live in a civilized world.
How the hell on this earth can we let this happen n that too for this long????
and why is the US not taking a stand here? rather than sending such huge number of their troops to Afghanistan and Iraq, the army should be posted here in DRC to check this violence.